Der Tölzer Knabenchor wurde im Jahr 1956 von Gerhard Schmidt-Gaden ins Leben gerufen und zählte wenige Jahre nach seiner Gründung bereits zu den gefragtesten und vielseitigsten Knabenchören. Die Tölzer leisteten mit wegweisenden Interpretationen insbesondere auf dem Gebiet der Barockmusik einen nicht unerheblichen Beitrag zum Wandel der musikalischen Aufführungspraxis. Seit den 1970er Jahren übernehmen Tölzer Solisten die Knabenpartien an den führenden Opern- und Konzerthäusern Europas. Der Chor ist ebenso gefragt bei Aufführungen großer oratorischer und symphonischer Werke mit renommierten Orchestern und Dirigenten. Künstlerpersönlichkeiten wie Carl Orff, August Everding, Hans Werner Henze, Leonard Bernstein, Gustav Leonhardt, Nikolaus Harnoncourt und Claudio Abbado zählten zu den frühen Förderern des Chores. Herbert von Karajan bezeichnete den Tölzer Knabenchor seinerzeit sogar als "einen der besten Chöre der Welt". Im Jahr 2014 gab Schmidt-Gaden im Alter von 78 Jahren die Leitung des Chores ab. Künstlerischer Leiter ist nun sein Schüler und ehemaliger Sopransolist Christian Fliegner. Unterstützt wird er dabei von einem Team von acht Stimmbildnern und Chorleiter:innen. Die Leitung der Solistenabteilung obliegt Ursula Richter. Seit 2024 zählt der Tölzer Knabenchor offiziell zum immateriellen Kulturerbe Bayerns.

Samstag, 13. Juli 1974

Tölzer Knaben mit der Johannes-Passion bei den Bach-Tagen Berlin 1974

Samstag, 13. Juli 1974
BERLIN, Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

J.S. BACH: Johannes-Passion, BWV 245

Hans Buchhierl, Knabensopran
Mario Krämer, Knabenalt
Adalbert Kraus, Tenor
Michael Schopper, Bariton
Max van Egmond, Bass
Tölzer Knabenchor
Musica Antiqua Amsterdam / Ton Koopman

GERHARD SCHMIDT-GADEN, Leitung

Konzert im Rahmen der Berliner Bach-Tage.
Erstaufführung nach der Neuen Bach-Ausgabe.